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+++ windgepeischt strömt neidiges zur stillen grenze +++                                     
+++ druckverwirbelt naht offenmeer dem atemfels +++                                     
+++ windgeflüstertes berührt wellentürmig dein verwundetes ohr +++                                     
+++ planktonresistent torkelt unbedeutendes am moosweg +++                                     
+++ herzsprachig findet trost das wartende ich +++                                     

"Einmal erfahren wir's alle, so oder anders.
Mitten am Tage, am Mittage, Mittag vorüber.
Vom Fenster wenden wir fort uns und schliessen die Lider,
Feuer wogt hinter unsern geschlossenen Lidern,

Die Sonne, die Glutsonne kreist wie ein Feuerrad trunken,
Doch stiller wird es allmählich. Im Dunkel umweht uns
Atem von Nusslaub und süsser Akazienblüte,
Atem der Urheimat, Klänge der kommenden Zeit."

- Marie Luise Kaschnitz

sprachkunst.ch / B. Hellermann • Lochstrasse 30 • 8200 CH-Schaffhausen
T: +41 76 454 98 98 • kontakt@sprachkunst.ch

"Der Mensch hat den eigentlichen Aufenthalt seines Daseins in der Sprache."

Martin Heidegger

Wenn der Mensch spricht, kann die Sprache einerseits als Bedeutungssprache zum Transport von Informationen, andererseits aber auch als schöpferische Kraft "energeia" erfahren werden.

Diese zweite Erfahrungsebene der Sprache differenziert, feinfühlig und bewusst wahrzunehmen, eröffnet eine neue Gestaltungsebene des sprechenden Miteinanders. Sowie das Sprechen als auch das Hören wird nährend, schöpferisch und entwickelt sich vom Ich zum Du. Es wird dialogisch.

Bei sprachkunst wird die Poesie der Sprache als geistige Heimat gepflegt. Wir erfahren die schöpferische Kraft unmittelbar durch ihre Rhythmik, Lautbewegungen, Bilder und Sprachgebärden.

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